Erythrit und Xylit

Erythrit und Xylit sind Zuckeralkohole und gehören zu den Zuckeraustauschstoffen.

Bei mehrwertigen Alkoholen handelt es sich nicht um den Alkohol (Ethylalkohol), der in alkoholischen Getränken enthalten ist. Mehrwertige Alkohole sind Zuckeraustauschstoffe, die chemisch als Zuckeralkohole bezeichnet werden. 

Erythrit und Xylit sind natürliche Zuckeraustauschstoffe, die beide gesünder sind als Zucker und sich dennoch sehr stark unterscheiden. Sie kommen von Natur aus in vielen Obst- und Gemüsesorten vor. Betrachtet man den gesundheitlichen Aspekt, dann ist Erythrit mein Favorit. Geht es aber um backtechnologische Eigenschaften würde ich Xylit vorziehen. Fangen wir von vorne an, nämlich bei der Herstellung!

Blog- Erythrit und Xylit im Vergleich

Die Herstellung

Erythrit wird aus Traubenzucker hergestellt (Fermentation), der aus der Stärke von Weizen oder Mais gewonnen wird. Hier achte ich immer darauf, dass die Hersteller kein genmanipulierten Mais oder Weizen verwenden. Einige dieser Hersteller, sind zum Beispiel Xucker und No Sugar Sugar . Auch im Supermarkt bekommt ihr mittlerweile Erythrit, das gentechnikfrei ist! Es steht dann immer  auf der Verpackung. Bei der Herstellung von Erythrit wird die Glukose  mit Hefe vermischt. Durch die Hefe vergärt der Traubenzucker. Dieses fermentierte Gemisch wird erhitzt und eingekocht. Es bilden sich Erythrit Kristalle, die mehrmals gereinigt werden, wieder aufgelöst und gefiltert werden, bis alle Verunreinigungen entfernt sind und reine Kristalle isoliert sind.

Xylit wird aus dem Holzzucker von Buchen oder Birken gewonnen. Daher wird Xylit meist auch als Birkenzucker bezeichnet. Auch aus Maiskolbenresten kann Xylit hergestellt werden. Durch die Vermischung der Rinde oder der Maiskolben mit Wasser löst sich das langkettige Holzzucker-Molekül Xylan. Daraus wird die Xylose isoliert, gereinigt und konzentriert bis kristallines Xylit überbleibt.

Erythrit und Xylit - die Verstoffwechselung

Erythrit wird insulinunabhängig verstoffwechselt. Der glykämische Index beträgt Null. Dies bedeutet, der Blutzuckerspiegel steigt nicht an, der Insulinspiegel ändert sich nicht. Für Typ-2 Diabetiker also eine Option. Ein weiterer Vorteil gegenüber Xylit ist, dass Erythrit sich bereits im Dünndarm verstoffwechselt. Genauer gesagt werden 90 % vom Dünndarm an die Nieren abgegeben und unverändert ausgeschieden. Verdauungsbeschwerden bleiben so aus. Dennoch kann es bei einigen Menschen zu Blähungen kommen oder anderen Verdauungsbeschwerden. Die anderen restlichen 10% behandelt unser Körper wie Ballaststoffe! 

Bei Xylit bekommen die meisten Menschen Magengrummeln. Das liegt daran , dass sich Birkenzucker anders verstoffwechselt. Nämlich erst im Dickdarm.

Ein Drittel des Xylits wird im Darm zu Glucose umgewandelt, deshalb steigt der Blutzucker ein wenig an. Der glykämische Index liegt bei 7, es wird nur wenig Insulin gebraucht, um den Blutzucker wieder zu senken.

Es ist von Vorteil sich langsam an den Verzehr von Xylit zu gewöhnen. Mit kleinen Mengen starten und dann steigern. Ich persönlich vertrage es nicht so gut wie Erythrit. Bei Erythrit bin ich 100% beschwerdefrei, was ich bei Birkenzucker nicht behaupten kann. Jeder sollte es für sich selbst testen und auf seinen Körper hören. Ich lasse beide Zuckeraustauschstoffe regelmäßig auf Verträglichkeit testen.

Auf die Blutfettwerte hat Birkenzucker keinen Einfluss, da es als Leberstärke eingelagert wird und bei Bedarf als Glucose an das Blut abgegeben wird.

Deshalb sollte bei einer Fructoseintoleranz, die mit einer Störung des Glykogenstoffwechsels einhergeht, auf Xylit verzicht werden. Dies gilt auch bei Fruktose-Malabsorptionsstörung. Erythrit ist hier eindeutig vorzuziehen, da es keine Probleme verursacht.

Kalorien und Süßkraft

Erythrit hat 0 Kalorien und schneidet im Vergleich am Besten ab. Xylit hat 240 kcal (gerechnet auf 100g) und damit etwas weniger als die Hälfte der Kalorienmenge von Zucker. Tausche ich beim Backen Zucker durch Xylit  aus, dann ersetze ich es 1:1! Es schmeckt genauso süß wie Zucker. Beim Erythrit ist es anders. Theoretisch müsste ich 125g Erythrit nehmen um 100g Zucker zu ersetzen. Das mache ich aber nie, da zu viel Erythrit einfach anfängt unangenehm kühl auf der Zunge und bitter zu schmecken. Ich benutze generell 90g Erythrit um 100g Zucker zu ersetzen. Das weicht aber auch ab und zu mal ab. Es gibt besonders fettreiche und schokoladige Massen, bei denen ich genauso viel Erythrit zufüge, wie ich Zucker beigegeben hätte.

Backtechnologische Eigenschaften

Xylit ist backtechnologisch einfach der beste Zuckeraustauschstoff. Es schmeckt wie Zucker, lässt sich 1:1 ersetzen und löst sich sehr gut in Flüssigkeit. Wenn ich Ei mit Xylit aufschlage, dann wird es genauso schaumig und fluffig wie mit raffiniertem Zucker. Das funktioniert leider bei Erythrit nicht so gut. Und das ist auch für mich der einzige Nachteil, den dieser Zuckeraustauschstoff hat. Er löst sich schlecht bis gar nicht in Flüssigkeiten und kristallisiert außerdem nach dem Backen oder Kochen wieder zurück in seine Urform. Daher knirscht es bei manchen Cremes auch etwas zwischen den Zähnen. Ich benutze dann öfter Puder Erythrit. Diesen Rohstoff lest ihr immer dann in meinen Rezepten, wenn das Backergebnis mit kristallinen Erythrit nicht gut war. Alle Rezepte hier auf meinem Blog sind absolut ‚kirschfrei‘ ! Ihr werdet kein Knuspern zwischen den Zähnen spüren. 

Erythrit und Xylit - geeignet in der Schwangerschaft und für Kinder?

Es gilt im Allgemeinen wie bei vielen anderen Dingen: Ob nun Erythrit, Xylit, Fruchtzucker, Zucker, Stevia und Co. : Weniger ist immer mehr! Der Genuss von süßen Naschereien sollte maßvoll gestaltet werden! Ja, Kinder und Schwangere können beides genießen, in Maßen! Ein Artikel zum Thema findest du hier.⠀⠀

Xylit ist schädlich für Hunde, Kaninchen, Rinder und Ziegen! Erythrit ist nicht schädlich für Tiere, außer für Fruchtfliegen! ⠀

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Erythrit findest du hier.⠀